Gerne wollen wir von Georgina und unseren Fortschritten berichten, denn wir sind stolz und zuversichtlich, dass sie einmal "angstfrei" wird. Georgina ist jetzt in der 8. Wochen bei uns, aber immer noch nicht richtig angekommen. Unser Pluspunkt sind ihre extreme Neugier und auffallende Intelligenz, die sie nicht in Angst erstarren lassen.
Anfänglich hatte Georgina nur vor einem keine panische Angst: einem gemeinsamen Spaziergang im Wald ohne Begegnungen. Alles andere versetzte sie in Panik rückwärts und wir haben sofort ein ausbruchsicheres Geschirr besorgt. Sicher fühlte sich Georgina nur im Haus und auf unserem eingezäunten Grundstück (ohne Nachbarn weit und breit). Selbst vor uns wich sie zurück, wenn wir uns äußerlich z. B. durch eine Kaffeetasse, andere Kleidung oder einen Gegenstand veränderten. Trotzdem tobt sie entspannt und fröhlich mit uns durch Haus und Hof und genießt Liebkosungen, nachdem Max hier grunzend Pate stand. (Bürsten und Ohren kraulen, Abtrocknen nach Regen und vorm Ofen räkeln.)
Die Welpenstunden haben wir zunächst abgebrochen, da Georgina hier nicht entspannen kann, sie litt unter den Blicken der Menschen dort. So treffen wir uns regelmäßig mit nur einem Spielkameraden und einem Menschen im Tierheim-Auslauf.
In einem Internet-Forum tauschen wir uns mit Halter von Hunden mit identischen Auffälligkeiten aus. Seit 2 Wochen setzen wir unterstützend und erfolgreich sanfte Medizin ein, z. B. Pheromon-Halsband und -raumduft gegen Mutter-Verlassensangst, verschiedene Bach-Pflanzenextrakte gezielt gegen Stress, Abbau von Traumata und Angst vor Menschen. Es hilft oder wirkt unterstützend zu unserer ruhigen Erziehung, denn Georgina ist deutlich stressfrei, kann Situationen einordnen, Gerüche selektieren und gezielt Befehle aufnehmen und ausführen.
Seit ein paar Tagen beobachtet sie uns und nimmt von sich aus Blick- und Körperkontakt auf. Hinzu kommen Handfütterung, gemeinsames Schlafen und Schmusen. Hier muss noch erwähnt werden, dass Georgina auf ihrer ständigen Suche nach Futter und Schutz gar nicht in der Lage war, zu entspannen. Diese Sorge haben wir ihr nehmen können.
SuperMax ist uns eine enorme Hilfe, denn der souveräne Rüde hat seine Rolle übernommen. Er erzieht wenn nötig und geht voran oder begrüßt Fremde, wenn sie unsicher wird - und Georgina nimmt die Hilfe an. Auch ist auf seiner Decke immer Platz für die kleine Griechin. Georgina hat sehr schnell verstanden, dass wir zusammengehören und freut sich seit ein paar Tagen tierisch, wenn wir nach Hause kommen.
Fremde Hundebesitzer fordert sie - nach 5-maligen Treffen - schon zum Spielen auf oder nimmt mit spitzen Zähnen aus fremder Hand Leckerchen. Heute hat sie uns erstmalig - zwar geduckt - durch eine leere Dorfstraße geführt. Im Hundeauslauf hat Georgina gestern erstmalig vor ihrer Hundefreundin ein Spielzeug für sich gefordert. Arbeit an der Schleppleine - mit SuperMax als Lehrer - liebt sie, aber sie kann auch stur sein. Ein DD-Mädchen eben, dass einen ausgeprägten Jagdinstinkt zeigt.
Bis Georgina ein gelassener Hund ist, wird es noch ein weiter Weg sein. Menschen versetzen sie in Panik, einzig funktioniert der Kontakt "Hund mit Mensch". Der Geruch von Menschen in der Luft versetzt sie in Angst, anfänglich reagierte sie mit Flucht. Wir hatten hundeerfahrene Gäste zu Besuch, noch am nächsten Tag mied Georgina das Geruchsfeld der Gäste im Wohnzimmer. (Dorf-)Straße mit Häusern ohne Menschen sind eine Bedrohung.
Bei ihrem Charakter und ihrer Veranlagung werden wir Prüfungen mit Bravour und Lässigkeit erledigen. Ihre scharfe Nase und ihre außergewöhnliche Spurtreue würde sie auch hervorragend für Mantrailing oder eine Rettungshundestaffel eignen.
Die fröhliche Georgina wird unser täglicher Begleiter, davon sind wir überzeugt und daran arbeiten wir.
Ich kann immer nur aus meiner eigenen Erfahrungmit meiner Luise sprechen.
Sie war ca. 9 Monate alt, als sie zu uns kam. ( aus einer deutschen Familie von einem deutschen Vermehrer)
Ich möchte nicht wissen, was diese Leute mit ihr angestellt haben. Sie war fast ein Jahr vor meinemMann auf der Flucht.
Sitzende Männer gingen so gerade noch, aber aufstehen............
Sie war selten entspannt, immer auf der Hut.
Jetzt haben wir sie schon 12 Jahre und sie ist der beste Hund, den ich bis jetzt hatte. Und das sind einige, da immer drei gleichzeitig hier leben.
Heute treffe ich noch eine Dame im Wald, von der sie das erste Leckerchen genommen hat. Diese Frau hat einen festen Platz in meinem und Luises Herzen.
Aber die Geduld, natürlich auch mit Rückschlägen versehen,hat sich einfach gelohnt.
100% Veränderung ist noch zu wenig, so toll ist sie geworden
Georgina und Max sind durch spannende Arbeit ausgelastet und ausgeglichen. Das tägliche Apportiertraining ist eine
sehr gute Gehorsamsübung und die Arbeit an der Schleppleine dient zur Bindung und Eingrenzung.
Wenn Georgina später gut abrufbar ist, darf sie in unserer Region mit hohem Wildbestand von der Leine. Georgina ist
eine hübsche und aufgeweckte Hündin geworden, die aber immer noch übervorsichtig (ängstlich) reagiert. So nutzen
wir jede Gelegenheit um mit ihr zu üben - hier mit Nachbars Pferden.
Dummy ist ein weiter Begriff und bedeutet für jeden Hund etwas anderes (würde eine Hundetrainerin jetzt bemerken).
Wir trainieren mit dem klassischen Appotierbeutel an der zurzeit 10-Meter-Leine alle Kommandos und unter Ablenkung
durch Mauselöcher und Bussarde. Eine Hundeschule können wir u. a. wegen ihrer Menschenscheu noch nicht besuchen,
aber wir arbeiten daran.
Sie ist soo hübsch und bei der Arbeit soo aufmerksam. Einfach toll!! Aber dem Max macht die Arbeit wohl auch noch Spaß, oder täuscht das??
Was macht denn die Angst vor fremden Menschen??