Wie mit einigen Tricks die Arbeitslosenzahlen geschönt werden
03.05.2012
Laut aktueller Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) sei die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit Dezember 2011 im April 2012 wieder unter die Drei-Millionen Grenze gefallen. Insgesamt seien laut BA derzeit rund 2,963 Millionen Menschen arbeitslos. Was die BA wiedereinmal nicht mitteilt, ist die Tatsache, dass die Zahlen wie in jedem Monat mit ein paar Tricks geschönt sind.
Trickreich die Statistik geschönt "Auf dem Arbeitsmarkt hält die positive Grundtendenz an, obwohl die Konjunktur zuletzt an Schwung verloren hat", berichtet BA-Chef Frank-Jürgen Weise stolz, bei Bekanntgabe der neusten Arbeitslosenzahlen. Was er aber verschweigt: Erwerbslose, die erkrankt sind, einen Ein-Euro-Job ausführen oder an einer Fort- oder Weiterbildungsmaßnahme teilnehmen, werden in der offiziell mitgeteilten Arbeitslosenstatistik nicht aufgeführt. Viele der Arbeitslosen, die das 58. Lebensjahr bereits überschritten haben, werden ebenfalls nicht mehr in der Statistik geführt. Im Mai 2009 hatte sich die Bundesagentur im Sinne des Bundesarbeitsministeriums einen weiteren Trick ausgedacht. Werden Arbeitssuchende durch einen privaten Arbeitsvermittler betreut, so werden sie ebenfalls nicht mehr in der offiziellen Statistik geführt, obwohl sie keinen Arbeitsplatz haben.
"Wer will soll ein Flugblatt schreiben" Im Juni 2009 sagte der damalige Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) gegenüber dem ARD-Fernsehmagazin Panorama: "Alles, was an Effekten durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen entsteht, wird jedes Mal zusammen mit der Arbeitsmarktstatistik veröffentlicht. (...) Ich glaube, dass man sich auf die Seriosität dieses Prozesses verlassen kann.“ Könne jemand andere Zahlen errechnen, so könne dieser ja ein Flugblatt drucken, so die hämische Bemerkung des damaligen Ministers.
Die tatsächlichen Arbeitslosenzahlen sehen nämlich ungeschönt gänzlich anders aus. Laut der internen amtlichen Statistik der Bundesagentur für Arbeit, waren im April statt der rund 2,9 Millionen nämlich 3,8 Millionen Menschen ohne Arbeit. Zusätzlich sind rund 500.000 Menschen in Deutschland nicht arbeitslos gemeldet, weil sie sich aus Entmutigung nicht registrieren lassen.
Hier nun die tatsächlichen Arbeitslosenzahlen*:
Tatsächliche Arbeitslosigkeit im April 2012: 3.769.659 Offizielle Arbeitslosigkeit: 2.963.325 Nicht gezählte Arbeitslose: 806.334 Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I und/oder ALG II 220.911 Ein-Euro-Jobs: 122.124 Fremdförderung 75.050 Beschäftigungsphase Bürgerarbeit 25.060 Berufliche Weiterbildung 145.109 Eignungsfeststellungs- u. Trainingsmaßnahmen entfallen Aktivierung und berufliche Eingliederung: 133.080 Beschäftigungszuschuss: 8.180 Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen 290 Kranke Arbeitslose (§126 SGB III) 76.530
* Quelle: Bundesagentur für Arbeit: Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland. Monatsbericht April 2012, Seite 70). Die dort aufgeführte Altersteilzeit sowie Gründungszuschüsse und sonstige geförderte Selbstständigkeit sind nicht in der Tabelle nicht berücksichtigt. Die ebenfalls aufgeführten älteren Arbeitslosen, die aufgrund verschiedener rechtlicher Regelungen (§§ 428 SGB III, 65 Abs. 4 SGB II, 53a Abs. 2 SGB II u.a.) nicht als „arbeitslos“ zählen sind enthalten in der Gruppe Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I oder ALG II
Was überhaupt nicht erfasst wird, sind die Selbstständigen, die sich nur zur Arbeitssuche registrieren dürfen, weil sie länger als 3 Jahre selbstständig waren. Die werden nicht als arbeitslos registriert, sondern nur als arbeitssuchend ! Sie tauchen in keiner Statistik auf...
Also in D. gibt es geschätzt ca. 9000 bis 10.000 Arbeitslose. Das ist die Wahrheit!!
Man sollte den ganzen riesigen Aufwand rund um das Arbeitsamt abschaffen und dafür das Bürgergeld einführen. Das würde dann dem Staat viel Geld sparen. Jeder würde z.B. 800 Euro / Monat erhalten. Wem das zu wenig ist, der arbeitet, wer damit auskommt eben nicht.....
Aber da würden ca. 10.000 Mitarbeiter des AA arbeitslos........
oh,ob das gut ist?für viele (nicht alle) faullenzer 800 euro,schwarz noch 500euro dazu.mind. 50% des monats frei,warum noch eine festanstellung suchen?ich glaube da würden viele freiwillig arbeitslos werden wollen?
dann wäre befürchte ich hier schnell land unter?
Na die Faulenzer haben doch jetzt auch schon soviel ! ALG + Miete........
Und schwarz gearbeitet wird auch schon genug. Die Situation ist doch schon Praxis !?
Es gibt schon Länder mit Bürgergeld. Da funktioniert es super.
Soweit ich weiß, wurd das Bürgergeld in Brasilien, Namibia, der Mongolei und in Alaska eingeführt.
Das ärgste Argument, ein bedingungsloses Grundeinkommen werde Bürger zur Untätigkeit verleiten, kann man so nicht stehen lassen wenn man bedenkt, wie viele tausende Menschen ehrenamtlich, also unentgeltlich, gerade hier in D´land Arbeiten im sozialen Bereich übernehmen. Ohne sie würden ganze Bereiche in arge Schwierigkeiten geraten.
Was ich ganz schlimm finde ist, dass den Löwenanteil der Bezieher von sog. Hartz4 nicht Arbeitslose, sondern Menschen größtenteils in Vollzeitbeschäftigung sind. Sie bekommen für ihre Arbeit so wenig Lohn, dass sie "aufstocken" müssen. Vor allen Menschen, die über Jahre hinweg von Zeitarbeitsfirmen an Firmen "verliehen" werden und nur 50% des Lohnes erhalten, was ihre Kollegen in Festanstellung für die gleiche Arbeit bekommen.
So verdienen nur die, die sich eh schon die Taschen auf Kosten anderer füllen. Beim Bürgergeld wäre es das gleiche - die eigentlichen Profiteure wären Gutverdiener, die es nicht bräuchten.
Nein Kerstin, das ist nicht richtig. Beim Bürgergeld würde das gesamte Sozial- und Steuersystem umgebaut werden müssen.
Das System wäre ein Gewinn für Deutschland als Sozialstaat und für seine Bürger. Bei Google und in Wikipedia kann mann Details nachlesen.....
Na ich weiß nicht. Wenn z. B. Arbeitslosen- Renten- und Krankeversicherung wegfallen bzw. dafür EUR 200 veranschlagt werden, gäbe es nur noch eine Grundversorgung z. B. bei der Krankenversicherung, alles andere müsste jeder selber bezahlen. Stell dir die Situation mal bei plötzlich schwer erkrankten oder chronisch kranken Menschen vor, die z. B. Rentner oder Geringverdiener sind, die nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurden.
Aber egal wie, das ganz große Problem ist nach wie vor, dass bei allen Modellen von genügend Arbeitsplätzen für alle ausgegangen wird. Im Zeitalter der Mikrochips werden aber immer mehr Arbeitsprozesse von Computern übernommen. Da werden ganze Produktionen in Taktstraßen von einem einzigen Menschen überwacht.
Früher haben tausende in der Automobilfertigung oder in der Abfallentsorgung gearbeitet. Schau dir heute mal diese Firmen an, fast alles wurde automatisiert. "Human resources" werden immer überflüssiger.
Das kompl. Sozialsystem müsste neu überdacht und an die weniger benötigten Menschen angepasst werden.