Es war ein kalter und regnerischer Wintertag in Griechenland als wir Chrissy fanden. Er lag am Strassenrand mehr tot als lebendig. Seinem Zustand nach lag er wohl schon sehr, sehr lange auf der nassen kalten Strasse.
In Griechenland haben Hunde keinen guten Stellenwert, und darum kam auch kein Grieche der vorbei ging auf die Idee zu helfen.
Nun gut, wir packten Chrissy vorsichtig ins Auto, deckten ihn zu und fuhren los. Die Fahrt ging nach Nikiti, wo sich ein Auffanglager für verletzte und mißhandelte Hunde befindet. Dieses wird von Samira und einem Team von Helfern geleitet. Per Handy haben wir Chrissy auf der Station vorangemeldet.
Auf der Station angekommen, ging alles sehr schnell. Chrissy wurde sofort in den OP gebracht, und es wurde mit der Untersuchung angefangen. Chrissy wurde auf alles untersucht, was in den südlichen Ländern eben so vermutet wird.wie z.B. Gift.
Endergebnis der Untersuchung war eine schwere Gehirnschwellung, wahrscheinlich ausgelöst durch einem Aufprall mit einem Auto. Chrissy war also sehr schwer verletzt, man konnte den Zustand mit einer Art Wachkoma vergleichen.
Es begann für alle eine Zeit harter Arbeit, den Chrissy konnte gar nichts selber machen, nicht essen, nicht trinken und auch nicht laufen. Wochenlang gab es keine Fortschritte.Chrissy hatte sogar nachts eine Betreung, da er sich nicht mal selber umdrehen konnte. Es mußte immer jemand um ihn sein.
Dazu kam noch, dass durch seine Kopfverletzung seine Sinnesorgane verletzt wurden, Chrissy auch nicht sehen und hören konnte.
Natürlich wurde auch darüber geprochen ob man Chissy in diesem Zustand nicht erlösen sollte. Aber man wollte ihm eine Chance geben, er kämpfte ja auch richtig um sein Leben. Man merkte das richtig.
Nach Monaten endlich begann Chrissy zu reagieren. Mal bewegte er das eine Bein, mal drehte er den Kopf zur Seite und so ging es Schritt für Schritt weiter. Dann kamen wieder harte Rückschläge wo gar nichts mehr ging. Es war eine Berg und Talfahrt!
Wochen später nahm Chrissy all seine Kraft zusammen und stand auf. Sehr wackelig aber er stand.!!! Man konnte seinen Lebenswillen richtig spüren.
Jetzt mußte Chrissy langsam wieder laufen lernen, jedes Bein wollte in eine andere Richtung. Dann mußte man Chrissy wieder beibringen selbstständig Futter aufzunehmen. Er hatte durch diesen Unfall alles vergessen. Und er war sehr ängstlich, weil er ja noch taub und blind dazu ist.
Futter wurde im tagelang von der Hand gegeben, sogar das schlucken mußte er wieder lernen. Es brauchte sehr viel Zeit und Liebe und medizinische Behandlung, dass Chrissy heute wieder selbstständig laufen und Futter aufnehmen kann.
Manchmal haben wir das Gefühl das er Schatten erkennen kann, und auf bestimmte Geräusche reagiert. Er freut sich wie verrückt wenn man ihn besucht und mit ihm spielt und er kuschelt auch sehr gerne.
Wenn wir uns jetzt zurück erinnern, in welchem Zustand er war und wie er jetzt im Gelände rum läuft - es ist einfach unglaublich.
Vor drei Tagen durfte er mal mit dem Laufgeschirr vor das Gelände, da war er aber noch sehr unsicher, aber immerhin schafften wir fünf Meter vor und wieder zurück. Und das ganze dreimal!!
Das ist für Chrissy wieder ein Fortschritt. Es gibt jeden Tag winzig kleine Fortschritte, von denen wir auch weiterhin hier berichten werden.
Es tut einfach gut Chrissy jetzt so zu sehen, und es gibt uns auch die Bestättigung, das wir bei Chrissy alles richtig gemacht haben!!!
Ich möchte jetzt noch von meiner Person dazu schreiben, weil ich mich sehr oft auf dieser Station aufhalte und mit eigenen Augen sehe wie alles abläuft.Gäbe es in Griechenland mehr von solchen diszipliniert und liebevoll geführten Auffanglagern, wie hier in Nikiti, müßten viel weniger Hunde auf den Strassen Griechenlands elendig leiden oder sterben!!!
Ganz liebe Grüße Eure Margit
Hier in Deutschland könnte Chrissy mit einer guten Physiotherapie mit Sicherheit geholfen werden aber wir wissen auch, wie schwer es ist, für einen Hund mit Handicap ein Zuhause zu finden.
Vielleicht können und möchten Sie Chrissy trotzdem gern unterstützen? Mit einer Patenschaft wären zumindest die hohen Kosten, für die Medikamente die er benötigt, etwas abgemildert.

küsschen margit