10.12.2011
Empörung, Trauer,Wut und einfach nur blankes Entsetzten schütteln mich.
Seit langem mal wieder versuchte ich einen ganz normalen Tag zu verleben. Es ist jetzt Jahre her das ich zur schönen friedlichen Weihnachtszeit in Deutschland bin. Εs sollte mal das herein schnuppern in eine andere Welt werden. Eine “heile” Welt zumindest was den normalem Wahnsinn den wir Tag Täglich in Griechenland um uns haben betrifft , wollten wir für ein paar Sigwenssen entkommen....Es sollte uns nicht vergönnt sein. Dank der Technik bekam ich eine SMS von Malamatu. Beim öffnen dieser dachte ich mir erst nichts schlimmes.....Da stand nur kurz und bündig “Dilanda ist auch tot”
Mein Herz verkrampfte sich schlagartig , ich bekam Gänsehaut und mein Mund wurde völlig trocken.... Alles drehte sich in mir....”Nein das kann nicht wahr sein nicht in Agios Nikolaos nein das darf einfach nicht sein.”
Einige Minuten konnte ich nicht mehr vernünftig denken. Was kann ich von hier aus 2500 Km entfernt ausrichten? Nichts rein gar nichts. Ein Hund den ich und meiner Tochter schon des öffteren gefüttert haben. Ein Hund den meine Tochter mit Namen kennt. Das muß einfach einen riesen Aufschrei geben. Der kann nicht umsonst gestorben sein.
Warum machen Menschen so etwas? Warum können sie nicht einfach mit den Tieren leben? Der Hund und auch die Katze sind doch die älteste tierische Begleiter des Menschen... Man muß sie ja nicht mögen aber wenigstens respecktieren. Und wer um Himmelswillen gibt dem Menschen das Recht sich an ihnen zu vergreifen? Es macht mich immer wieder sprachlos und beschämt mich das der Μensch nicht in der Lage ist im kleinsten Kreis mit anderen Artgenossen oder zumindestens mit tierischen Lebewesen, die er sich auch noch domestisistiert hat zusammen zu leben.
Auch wenn ich in der Vergangenheit schon sehr oft dieses Gefühl kennen gelernt habe, erschrickt es mich immer wierde aufs neue, denn im tiefsten Inneren habe ich immer noch diese Hoffnung das der Mensch sich noch ändern könnte....oder zumindest von seinen eigene Artgenossen korigiert werden würde.
Fatzit ist das wir mit dem Beispil dieser vergifteten Hündin mal wieder unsere Hochrechnungen was die “Halbwertszeit”eines Straßenhundes angeht bestätigt bekommen haben. Im Schnitt wenn sie Kastriert sind und mit Futter und den nötigen Antiparasitika versorgt werden sie2 Jahre. (Todesursache ist dann zu 90% der Vergiftungstot ,10% ist dei Folge von Straßenunfällen oder Krankheiten)
Dilanda ist der Beweis. Sie wurde von uns im Alter von 7 Monaten kastriert und da sie sehr scheu war wieder in ihre Umgebung “ausgewildert”. Hier wurde sie nun täglich gefüttert und hatte auch positive menschliche Ansprache.Malamatu hat sich immer wieder Mühe gegeben sie wenigstens ein wenig Handzahm zu machen, damit es möglich wäre sie im Notfall auch medizinisch zu versorgen.
“Warum regt ihr euch denn auf,wenn ihr das doch eh schon wißt?”
Ich werde mir immer wieder das Recht herausnehmen mich über dieses barbarische, hinterhältige und vor allem feige Verhalten aufzuregen und es als die krankhafte Fehlentwicklung des Menschen anzussehen.
Das hat nichts mit Menschlichkeit zu tun. Auch wenn ich offt genug das Gefühl habe, das die Menschlichkeit in der heutigen menschlichen Entwicklung rückläufig ist also ganz eindeutig nicht in unseren Genen verankert zu sein scheint ist es um so wichtiger immer wieder auf sie Aufmerksam zu machen.
Was soll ich denn meiner Tochter antworten, wenn sie mich fragt wo denn die Dilanda ist?
Soll ich meine Erklärungsversuche so anfangen: Es gibt da böse Menschen, weißt du....
Nachtrag:
Insgesamt sind drei Hunde an Gift gestorben. Alles Hunde die wir kennen. Unteranderem eine Hündin : die Ausnahme die Regel bestätigt. Sie ist von uns vor mehr als elf Jahren kastriert worden und hat ihr langes Leben ihrer Vorsichtigkeit und Ängstlichkeit zu verdanken. Am Tag bekam man sie fast nie zu Gesicht. Sie war der Schatten der Nacht und hatte wie so viele andere Hunde auch eine feste Fresstelle von uns eingerichtet bekommen.
Der dritte war Kutzi ein junger Jagdhund, der mir von Malamatu vor zwei Wochen als Neuzugang gemeldet wurde. Er war sehr scheu und sie hatte es mit viel Geduld geschafft ihn ein wenig am Kopf zu streicheln. Kutzi hat sein Namen von einem Beinbruch der ihn zum Humpeln veranlasste. Übersetzt heißt es so etwas wie ein liebevolles „Humpelchen“.
Alle drei Hunde wurden fast an derselben Stelle gefunden. Außerhalb von Agios Nikolaos in einer Gegend in der vereinzelt ein Paar Firmen stehen und ringsherum Oliven Haine Bzw. normales Forstgebiet ist. Es liegt also dementsprechend die Vermutung nahe, das die Giftköter von Jägern ausgelegt worden. Das machen die alljährlich um die Füchse und die Schakale zu killen, damit diese wiederum den Jägern nicht die beliebte Jagdbeute wegschnappen. Und da Hasen bekanntlich Pflanzenfresser sind, gehen diese auch nicht an die mit Gift gefüllten Fleischköder……
Ein mühevolles Unterfangen also die Täter zu finden. Das einzige was wir machen können ist die Dorfbevölkerung über die Gesetzt aufzuklären. Vergiften steht unter Strafe!!!
Daher haben wir den Oberbürgermeister dazu veranlasst einen von uns vorgefertigten Text in seinem Namen überall auszuhängen. Das hat er auch getan in allen Dörfern die zur Obergemeinde Sithonia gehören. Und das ist noch nicht genug es wurden von uns noch eine ganze Menge Plakate ausgehangen die sich unteranderem recht plakativ mit der „Tierquälerei“ befassen.
Nein, liebe Dilanda und Kutzi und all ihr anderen ihr seid nicht umsonst gestorben. Wir werden immer darum Kämpfen, das diese unmenschlichen Taten ein Ende finden.
Das war er Kutzi....
er war für alles dankbar....
sein Hinterbein konnte er nicht mehr ausstrecken...
und so wurde er für immer ausgelöscht...
......
und hier die Bekanntmachung des Oberbürgermeisters.
die Übersetzung folgt.
