Gut eine Woche Kampf um Leben und Tot
Ein Anruf zu späten Abendzeit. Völlig aufgelöst rief uns eine sehr Tierliebe Familie aus Sarty an. Jenny eine Griechin die in Deutschland groß geworden ist konnte kaum sprechen immer wieder verfiel sind in lautes Weinen.. Mit viel Mühe habe ich dann aber doch noch das Wesentliche verstanden. Einer ihrer Hunde wurde vergiftet. Ihr Vater hatte sich sofort auf den Weg zu uns auf die Station gemacht. Schnell alles Vorbereiten was von Nöten ist. Leider wohnt die Familie ca. 40Km von uns entfernt. Wie immer bei Vergiftungen spielt zeit eine große Rolle.....Der Vergiftete kommt schreie ich in den Aufenthaltsraum. Schnell noch den Fluter angemacht und alle laufen raus....Jennys Vater winkt ab, bricht heulend zusammen und bringt nur noch ein ich war nicht schnell genug raus. Im Kofferraum ein lebloser Körper. Die Zunge ganz blau und die Augen weit aufgerissen. Nein man hätte nicht denken können, das dieser Hund einfach nur schläft...er ist elendig erstickt an einer Atemlähmung ausgelöst durch ein Pflanzenschutzmittel.....
Wie soll ich das meiner Tochter bloß klar machen? Völlig verzweifelt rang er nach Luft und immer wieder zwischendurch nach Erklärungen suchend. Wer macht denn so etwas der hat doch niemandem was getan nicht ein mal Katzen hat er gejagt. Auf mein Frage ob sie denn Nachbarn hätten mit denen sie nicht so gut klarkommen, dämmerte es langsam. Ja wir haben einen Nachbarn der kommt eigentlich im Winter fast gar nicht war aber heute da um nach dem Rechten zu sehen.Ob sein Haus noch steht nach dem Unwetter...Nein Tiere mag er nicht......
Völlig Fassungslos stieg der Mann wieder in sein Auto. Vorher habe ich ihm noch aufgetragen alles was er an Tieren noch Draußen hat sofern er sie anfassen kann wenn irgend möglich ins Haus zu nehmen. Da es um diese Uhrzeit zu dunkel ist um noch nach anderen Giftködern Ausschau zu halten ist das das einzige was man jetzt machen kann.Für den nächsten Tag trug ich ihm noch auf sich aus der Apotheke Atropin (Dies ist ein Antidot bei vielen Vergiftungen mit Pflanzenschutzmitteln) zu besorgen, damit er schon einmal die ersten Schritte einleiten kann und der Wettlauf mit der Zeit nicht verloren geht.
Die Familie hat sich immer schon um eine ganze Menge Katzen und Hunde gekümmert, sie füttern regelmäßig und bringen uns immer wieder Tiere zum Kastrieren.
Am nächsten Früh steht der Mann wieder vor unserem Tor im Auto einen Hund der eindeutig Anzeichen einer Vergiftung hatte. „Den habe ich eben gefunden er hat sich unter einem Busch verkrochen. Er hat auch schon Atropin bekommen“ Schnell trugen wir den völlig apathischen Hund in den OP. Sein Zustand war alles andere als Stabil. Er konnte seine Kopf nicht heben geschweige denn stehen. Drei Tage hing er an der Infusion ohne aber auch nur einen Bissen zu essen.
Immer wieder ging mir der Gedanke durch den Kopf was bleibt als Dauerschäden zurück. Erblindung Gleichgewichtsstörungen und, und....
Am fünften Tag setzte sich unser kleiner Kämpfer plötzlich hin und schaute ganz interessiert als ich mit Futternäpfen durch den OP ging. Na, da hat einer doch noch einen funktionierenden Geruchssinn... Kaum hielt ich ihm einen Futternapf unter die Nase, fing er auch schon an und wollte mal so richtig zuschlagen. Halt, halt, halt für dich haben wir ein Sondermenü. Schnell lief ich in die Küche und holet ihm Hähnchen mit Reis (Schonkost)...Da hättet ihr bei sein sollen, seien Augen wurden riesig, seien Nase wusste gar nicht mehr wo sie hin schnüffeln sollte.
Das hat geschmeckt. Das einzige was mir richtig Sorgen machte, war sein Kopf er neigte sich immer wieder zur rechten Seite und er konnte ihn fast nicht halten.....
Aber auch das sollte vorübergehend sein. Am Siebten Tag stand er dann und lief ein paar Schritte noch völlig vorsichtig auf dem rutschigen OP Boden. Allen fiel ein Stein vom Herzen. Nun war klar das er es geschafft hat.
Jetzt brauchen wir einen Namen für dich und da er so zart und zerbrechlich war, tauften wir ihn auf den wohlklingenden Namen Sari.
Was soll ich euch sagen, Sari geht es wieder gut er hat alles überstanden und läuft fröhlich in der OP Gruppe umher, spielt und freut sich über die Menschen. Ein wenig schüchtern ist er allerdings noch. Aber verglichen ,mit seinen Gesundheitsproblemen ist das kaum der Rede wert, die Zeit wird diese Wund heilen..




...probiers mal mit gemütlichkeit
mit ruhe u gemütlichkeit...das ist aber eine entspannte gesellschaft.Schön!