Gestern Abend um 21:30 Uhr einer der gefürchtesten Anrufe..."Einer unserer Hunde ist vergiftet."Es ist Fani eine sehr Tierliebe Frau die ich schon seit Jahren kenn."Komm so schnell du kannst."
In windeseile bereiten Heike und ich den OP vor. Alles liegt schon parat ein Emetikum,Atropin, Diazepam,Infusion, Handschuhe und und und alles was wir immer in unserem "Giftkoffer" für solche Fälle parart halten, damit man keine einzige Minute verliert.
Fani kommt wie eine "Irre" angerast. Der Hund ist ein etwa zwei jähriger Schäferhund Rüde. Sein Zustand sehr schlecht, er wir von Krämpfen geschüttelt, hat sich völlig entleert. Er ist kaum noch bei Bewußtsein, seine Zunge ist schon blau.
Schnelle Entscheidung, Emetikum können wir nicht mehr geben, da er kaum bei Bewußtsein ist. Wir legen sofort einen Venenkatheter und spritzen ihm das krampflösende Mittel Diazepam. dann bemühen wir uns seine Atmung aufrecht zu halten. Schnell müssen wir feststele, das er ein Atemlähmung hat. Alle Versuche ihn zum Atmen zu bringen scheitern. Der Hund reißt immer wieder das Maul auf und macht den versuch zu atmen.
Die Zunge wird immer blauer......Wir können nichts mehr für ihn tun.....
Er stirbt in unseren Armen.Das ganze hat ca fünf Minuten gedauert.
Fani ist außer sich sie weint und schreit gleichzeitig. "Fani die anderen Hunde, wir müdssen sie holen" versuche ich zu ihr durchzudringen.
Gemeinsam fahren wir und laden schnell die anderen beiden Hunde ins Auto.
Es sind zwei Weibchen. Die eine heißt Rita und ist eine alte Bekannte sie war eine ehemalige Straßenhündin wurde vor einem Jahr bei uns kastriert und dann von Fani bei sich im Garten aufgenommen..
Rita wies auch schon Vergiftungserscheinungen auf. Bei ihr konnten wir das Emetikum noch einsetzen, denn sie war bei vollem Bewußtsein, konnte zwar kaum noch stehen und hatte blutunterlaufene Augenund knallrote Schleimheute.
Anhand der Symtome kann man jetzt mit sicherheit sagen das es sich um ein Pflanzenschutzmittel handelt was zum vergiften genommen wurde.
Nach dem Rita sich viele male übergeben hat und erschöpft zusammen sank schlossen wir sie so schnell es ging an die Infusion. Ihre Körpertemperatur war zu diesem Zeitpunkt fast 40°c. Wir hofften alle das sie nicht noch weiter anstieg und die Infusion ihr noch zusätzlich innerliche Kühlung bringt.
In Ritas Erbrochenem konnte man noch das Gift sehen.
Jetzt hieß es einfach nur hoffen, das noch nicht so viel von dem Gift schon in den weiteren Verdaungstrakt gelangt ist und damit in ihre Blutbahn.
Die meisten Pflanzenschutzmittel sind Nevengite und man kann sich ja vorstellen was das heißt.
Da diese Pflanzenschutzmittel auch über die Haut in den Körper aufgenomen werden können mußten wir streng darauf achten das wir selber nichts über die Hände abbekamen.
Wir wuschen Ritas vollgeschmierten Pfoten gründlich mit Wasser ab um auch sie zu schützen.
Mittlerweile war es schon 24:00Uhr jetzt hieß es erst einmal ein freies Eckchen für Rita zu finden in der sie die ganze restliche Nacht in Ruhe an der Infusion hängen kann um das Gift was sie schon im Körper hat "auszuwaschen". Keine leichte Aufgabe, denn wir sind übervoll.
Natürlich haben wir es geschafft zu mindest für Heute, schnell ein paar Hunde zusammen zu legen um ein kleines Zimmer frei zu bekommen.
Nun ist immer einer von uns bei Rita geblieben und hat im Stundentakt Fieber gemessen und nach der Infusion geschaut. Die Temperatur sank anfangs leicht und dann stetig auf fast Normaltemperatur zurück. Rita wurde auch immer ruhiger und entspannter. Wir auch!!
Heute Morgen wedelte die Rita und machte uns eines der schönsten Geschenke sie leckte uns die Hände.
Sie bleibt Heute noch den ganzen tag an der Infusion.
Rita hat es geschafft.

