(ein orginal Bericht von seinen Rettern)
Wir kamen am 19.8. auf dem Campingplatz an, als uns gleich zwei Hunde auffielen, die sich um uns herum aufhielten: Der etwas kräftigere und dominantere der beiden war Whisky, der von den Campingplatzbesitzern fast wie ein eigener Hund behandelt und gefüttert wurde. Der dünnere und zurückhaltendere war Soda (Namen wegen der hellen Farbe der beiden).
Nach ein paar Tagen fiel uns auf, dass Soda Schmerzen haben musste, denn er bewegte sich gequält und war sehr ruhelos. Die Erklärung dafür lieferte uns ein Mädchen auf dem Campingplatz, die beobachtet hatte, wie ein verärgerter Besitzer eines Nachbargrundstückes unseres Campingplatzes dem Hund (der sich dort wohl verirrt hatte) mit voller Wucht ein Brett auf Kopf und Rücken geschlagen hatte.
Für diese grobe Handlung gab es unserer Meinung nach keinerlei Veranlassung, da wir Soda als zurückhaltenden und keinesfalls aggressiven Hund kennengelernt haben.
Wir (zwei Familien mit je einem eigenen Hund) fingen dann an, den entkräfteten Soda zu füttern. Nach ein paar weiteren Tagen erholte er sich sichtlich, war irgendwie immer bei uns und entwickelte sogar eine Freundschaft zu unserem Rüden Felix. Soda wurde hübscher (v.a. Ausdruck und Fell!) und offensichtlich ausgeglichener und zufrieden - ein sanftmütiger perfekter Familienhund, der uns sogar beim Sprung von den Felsen ins Wasser zum Schwimmen folgte. Wir haben ihn liebgewonnen, und die ersten Gedanken drängten sich auf, was wohl nach unserer Abreise aus ihm werden würde. Wir hatten dann aber auch den Eindruck, dass er es vielleicht auch ohne uns schaffen würde, weil er deutlich kräftiger und für das wilde Hundeleben “gewappneter” wirkte. Vielleicht war es auch naives Wunschdenken...
Als wir eines Nachts vom Essen im nahegelegenen Ort zurückkamen, freuten wir uns, Soda vor unserem Wohnwagen schwanzwedelnd vorzufinden. Dass er nicht aufstand, fiel uns erst nicht weiter auf, und es war dunkel.
Als wir in den Wohnwagen gehen wollten, hörten wir ein leises Winseln. Auch Felix, unser Hund winselte wie verrückt und wollte immer wieder zu Soda. Da war uns klar, dass etwas nicht stimmte. Mit einer Taschenlampe gingen wir zurück und mussten zu unserem Entsetzen feststellen, dass Soda sehr verletzt war: Seine Nase war dick geschwollen und blutete; er war offensichtlich nicht in der Lage, aufzustehen (auch wenn er es kläglich versuchte) und hatte am Hinterlauf eine klaffende Wunde . Die Kinder (und auch ich ehrlich gesagt) brachen in Tränen aus. Entweder er hatte wieder eine unschöne Begegnung mit dem “netten” Nachbarn oder einen Hundekampf. Wir wussten es nicht, aber wir mussten handeln:
Mein Bruder kampierte mit seiner Familie neben uns und hatte ein Vorzelt und ein Schlauchboot. In letzteres hob er Soda, in ein Handtuch gewickelt, vorsichtig und ließ ihn dort im Vorzelt übernachten. Der Hund bekam von meiner Schwägerin etwas Futter und trank auch wenig, was uns hoffen ließ.
Am nächsten Tag telefonierten wir morgens mit Samira, die uns anbot, Soda vorbeizubringen, um ihn untersuchen und medizinisch versorgen zu lassen. Ob er dort bleiben konnte, war mangels Platz noch ungewiss. Soda verließ an dem Tag unter offensichtlichen Schmerzen nur zum Pipimachen seine “sichere Burg”. Am Abend schafften wir es irgendwie, ihn in eine Hundebox zu locken und brachten ihn nach Nikiti, wo er liebevoll und fürsorglich aufgenommen wurde.
Wir danken an dieser Stelle nochmal Samira und dem ganzen Team für ihre Hilfe und dass Soda doch bleiben konnte! (Er hätte es an unserem Urlaubsort vielleicht/wahrscheinlich nicht geschafft.) Wir wünschen Soda von Herzen ein schönes Zuhause mit Menschen, die seine sanfte, harmoniebedürftige Art zu schätzen wissen!
Liebe Hundegrüße auch von seinem deutschen Freund Felix!
Stefi Claus mit Familie






