Eines Morgens machten wir eine überraschende Endeckung vor unserm Grundstück....eine Riesen Flugbox gestopfte voll mit sechs Welpen und einem Rüden, daneben angekettet an unsere Stromkollonne eine Hündin mit tief hängenden Gesäuge. So wurde diese Familie gezwungen eine ganze Nacht vor unserem Tor zu verbringen.
Irgendjemand muss sie Nachts heimlich bei uns abgestellt haben. Da die meisten Griechen keinen Grund haben eine derartige Flugbox zu besitzen, da sie nicht mit ihren Tieren vereisen, müssen diese Tiere von einem oder einer „Tierschützerin“ ausgesetzt worden sein.....
Erst einmal kümmerten wir uns um die Hunde und mussten mit schrecken feststellen das dem Muttertier und ihrem fast erwachsenen Sohn auf brutalste beide Ohren abgeschnitten worden sind.
Eigentlich eine üble Sitte von Schäfern, die so ihre Hunde Kennzeichnen. Inden meisten Fällen allerdings ist es nur ein Ohr entweder das rechte oder das Linke. Aber gleich beide, habe ich in meiner Laufbahn auch nur äußerst selten erlebt.
Erst mal mussten alle völlig verwirrten Tiere aufs Grundstück verfrachtet werden, wenn es geht auch noch zusammen untergebracht werden, was im Augenblick bei uns kein leichtes Unterfangen ist....aber auch das haben wir schnell organisiert bekommen....
Die Freude der Welpen war unbeschreiblich als sie endlich wieder zu ihrer Mama konnten. Sie sprangen an ihr hoch und die Mama hört gar nicht mehr auf sie abzuschlecken und sich immer wieder aufs neue zu vergewissern das es ihren Kleinen auch gut geht. Auch der älter Bruder aus der Generation davor kümmerte sich rührend um die kleinen.
Der Zustand der Hundeneulinge war noch verhältnismäßig gut. Sie waren nicht abgemergelt und auch nicht übermäßig verängstigt. Schnell verzehrten alle zusammen ohne Streit das ihnen hingestellte Futter und sie kamen so langsam zu sich.
Auch wir brauchten Zeit um das Geschehene einzuordnen. Ständig versuchte man herauszubekommen welcher Tierschützer denn so was macht, einfach eine ganze Familie bei einem anderen Tierschutzverein vor die Tür zu stellen. Warum wurde nicht versucht mit uns Kontakt aufzunehmen? Warum alles so heimlich Nachts???
Die Mutter hat den Namen Gin und der Sohn den Namen Tonic von uns bekommen. Die Beiden sind ein Herz und eine Seele und daher die Namensgebung. So getreu dem Motto was so gut harmoniert wie Gin und Tonic. Das eine schmeckt nicht ohne das andere.....
Mittlerweile hat sich die Familie bei uns eingelebt. Sie verstehen sich sehr gut mit ihren Artgenossen und nehmen mit Begeisterung an ihrem neuen Leben teil.
Gin ist ganz entzückt das sie ihre Welpenbande nicht von morgens bis Abends betreuen muss und fühlt sich wie bei einer Mutter- Kind Kur gut bei uns aufgehoben.
Trotzdem kommt man einfach jedes mal nicht um hin wenn man sich Gin und Tonic anschaut jedes mal einen Schrecken zu bekommen, wenn sie fröhlich an einem Hochspringen sich der eigene Blick wie von selbst an ihre viel zu kurz abgeschnittenen Ohren haftet. Es tut einfach weh zumal diese Beiden Schätze auch noch zu 99% Schäferhund sind.
Die Beiden Verstümmelten Schatzmäuse....
Tonic der Sohn..
Gin, die besorgte Mutter der der Schrecken noch ins Gesicht
geschrieben steht....




