Gerade fährt Niko los, um eine Hundemutter und ihre 9 Welpen aus Sarty zu holen. Diese Mutter muss wohl letztes Jahr ein schreckliches Schicksal erlitten haben.
Auch damals hatte sie einen Wurf von neun Welpen und ihr wurden die Kinder, als sie etwa einen Monat alt waren, von griechischen Hotelgästen weggenommen und im Meer ertränkt.
Die Gäste übten Selbstjustiz nachdem ihnen der tierliebe Hotelbesitzer, ein Bulgare, die Tiere nicht "vom Hals geschafft" hat (leider kam er nicht auf die Idee die Hündin kastrieren zu lassen).
Gestört fühlen sich heute auch wieder andere griechische Gäste und einige haben schon damit gedroht, die Kleinen „irgendwohin“ zu bringen.
Durch einen Zufall wurde eine tierliebe Griechin, die eigentlich seit Jahren in der Schweiz lebt, auf die Mutter und ihre Kinderschar aufmerksam.
Sie bemühte sich in ihrem Feriendomizil der Großfamilie Asyl zu gewähren. Fast drei Wochen hat sie jetzt ihre schützende Hand über sie gehalten, jetzt aber naht der Zeitpunkt der Abreise. …
Gestern besuchte sie unsere Station und war so begeistert von unserer Arbeit und natürlich voller Hoffnung, dass die Hundefamilie bei uns unterkommen könnte. Leider vermochte ich ihr nur immer wieder schweren Herzens mitzuteilen, dass wir übervoll sind und es uns auf Grund dessen zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich ist die Hunde aufzunehmen.
Sie hatte eine Art Notlösung schon in Angriff genommen und einer lieben Frau Geld und Futter gebracht. Diese sollte die Hundefamilie zumindest weiter füttern.
Die griechische Dame aus der Schweiz, die selbst zwei Findelkinder aus Griechenland ihre eigenen Hunde nennt, wollte sich einfach nicht mit der Unmenschlichkeit ihrer eigenen Heimat abfinden.
Sie nutzte das Gespräch mit mir und fragte immer wieder wie sie denn nun helfen könnte, damit sich vielleicht ein wenig an der Situation der Tiere in ihrer Umgebung verbessern würde.
Ich erklärte ihr, dass unser Problem im speziellen die Uneinsichtigkeit des Bürgermeisters von Sarty ist. Dieser glaubt das Thema der Straßentiere mit dem bloßen einpferchen in ein eingezäuntes Gelände in den Griff zu bekommen. Alles andere ließ er auch trotz mehrmaligem erklären nicht gelten bzw. zeigte kein Interesse daran sich für die Schaffung eines OP Raums vor Ort einzusetzen.
Hier wäre der Vorteil, dass wir die Tiere bei einer Kastrationsaktion nicht immer über eine Distanz von über 55Km zu uns herholen müssten und sie auch nicht noch zusätzlich zu den Hunden hier bei uns auf Station unterbringen müssten. (Platz ist immer eine rare „Ware“ bei uns.)
Die Griechin aus der Schweiz hörte sich das alles an und machte uns ein wertvolles Angebot. „Ich stelle euch meine „Garage“ zur Verfügung. Sie ist 10O Quadratmeter groß und wird von mir nicht genutzt.“
Mein Gehirn arbeitete; meine Güte wenn wir es schaffen das diese „Garage“ zu einem zugelassenen OP Raum umfunktioniert wird…?!
Ich erklärte ihr, was alles von Nöten ist und sie meinte nur, "Ich werde gleich wenn ich wieder Zuhause bin, meinen Architekten anrufen und mit ihm alles besprechen. Er weiß was wir alles brauchen um das“ Ding“ umzubauen bzw. was für baurechtliche Genehmigungen gefordert sind".
Eine Frau der Tat und sympathisch auch noch dazu!
Morgen reist diese Dame ab und kommt im Oktober wieder. Bis dahin habe ich Zeit den Bürgermeister in die Knie zu zwingen.
Seit sicher, die Hundemama hat nicht umsonst ihre Kinder letztes Jahr „verloren“. Aus ihrer schrecklichen Geschichte werden wir alles was in unsere Macht steht unternehmen um das furchtbar unmenschlich Negative zu etwas Positivem für die Zukunft von vielen Hundekindern umzukehren.
PS
Auch auf die Gefahr hin, dass es viel Text ist den ihr lesen müßt finde ich es sehr wichtig, dass ihr mal einen Einblick "hinter"die Kulissen habt und somit auch über manche Zusammenhänge besser informiert seit.
Liebe Grüße samira
Da ist sie die Rasselbande, noch völlig erschöpft von der Fahrt....
es sind tatsächlich Neun Stück
Und das ist die Mutter der Neuner Bande sie ist noch etwas narkostisiert
wir mußten sie leider in Narkose schießen....morgen sieht alles anders aus



