Ich nenne den armen Kerl mal Angelos. Jedesmal wenn er sich wieder erhebt und davonläuft quellt frisches Blut aus einer Wunde am Hals.
Nikos setzt ihm den ersten Schuss mit dem Blasrohr. Die Betäubung reicht nicht. Nun beginnt die Verfolgungsjagd durch die Gassen im Dorf. Niko schießt 2-mal nach. Angelos hat nur geschätzte 15 kg, aber durch den Schockzustand ist der Adrenalinspiegel unermesslich hoch und die Betäubung wirkt nicht.
Endlich nach gefühlter Stunde bleibt er endlich am Rand einer Strasse mitten im Dorf liegen. Dorfbewohner stellen neugierige Fragen.
Und jetzt kommt das womit niemand mehr gerechnet hat!
In dem Moment, als Niko ihm die Decke überwirft und ihn hoch nimmt, windet sich Angelos nochmals aus der Decke und beißt Niko in die Hand.
Nun haben wir auch noch einen blutenden Niko.
Schlussendlich kommt Angelos nicht mehr weit und kann ins Auto verfrachtet werden. Unglaublich, aber der kleine Mann hat eine Narkosemenge von einem gestandenen Rottweiler in sich.
Auf der Station wird ihm sicherheitshalber vorerst ein Maulkorb verpasst.
Erstaunlicherweise findet Samira nur eine kleine, aber sehr tiefe, und wahrscheinlich an ungünstigster Stelle liegende, Bisswunde am Hals, aus der jedoch fortwährend Blut quillt.
Nach gründlichster Untersuchung und Versorgung wird Angelos mit stabilisierender Infusion, Wärme speichernder Erste-Hilfe-Rettungsdecke und Wärmeflaschen in eine Box gebettet.
Leider ist der kleine Angelos um 6,00 früh für immer eingeschlafen.
Samira vermutet das er einen Lungenriss hatte, entweder durch den Biss oder das Gewicht des Hundes.
Auf die Frage, welcher Hund hat ihn gebissen, kann ich keine Antwort geben. Ich habe mich so auf das Opfer konzentriert das alles rundherum wie ausgeblendet ist.
Liebe Grüße Heidi
Niko versorgt seine Bissverletzung an den Fingern, tiefe Löcher bis zum Gelenk....aber der Arme lacht schon wieder



